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Plakataktion zu Fronleichnam 2015

‚Heiße‘ Aktion am Fronleichnamstag in München

Unsere Gruppe, d.h. ca. 20 Mitglieder, Unterstützer und SympathisantInnen des Münchner Kreises und der Gemeindeinitiative, standen am sonnigen Fronleichnamstag während des ganzen Zuges auf der Höhe des Max-Joseph-Platzes mit unseren bunten Plakaten.

Da der Prozessionszug immer wieder anhielt, hatten die Prozessionsteilnehmer genügend Zeit, unsere 4 Plakate zu lesen. Auf ihnen stand – passend zum Corpus-Christi-Fest:

  • Der Leib Christi (= Kirche) leidet an übergroßen, beziehungslosen Gemeinden.
  • Der Leib Christi (= Kirche) spricht durch die Stimme aller ( 1 Kor 12). Deshalb: Sitz und Stimme auch für Laien in der Synode in Rom!
  • Warum ist im Leib Christi (= Kirche) kein Platz für: Wiederverheiratet-Geschiedene, verheiratete Priester, Homosexuelle…
  • Jesus spricht: „Bei euch aber soll es nicht so sein …“ (Mk 10,43). Deshalb: Schluss mit dem Machtmissbrauch durch Klerikalismus!

Immer wieder wurde Zustimmung uns gegenüber ausgedrückt, vor allem von den Leuten, die am Rand der Straße standen bzw. entlanggingen. Aber es gab auch manche deutliche Reaktionen von Leuten in der Prozession. Einige winkten sogar oder klatschten. Natürlich gab es auch einige wenige kritischen Reaktionen. Uns war es wichtig, darauf hinzuweisen: Der Tag des Corpus-Christi-Festes ist nicht nur der Tag der Eucharistie, die durch die Straßen getragen wird. Der Begriff ‚Corpus Christi‘ bedeutet seit Paulus auch die Gemeinde, die Kirche. Und die wird gegenwärtig nicht ‚hochgehalten‘, sondern die liegt in unserem Lande wahrhaftig im Argen.

Nach 11:30 Uhr bildeten wir dann einen Schweigekreis hinter dem Rathaus, auf dem Marienhof, beim U-Bahn-Aufgang – mit folgender Aufforderung: „Schweigekreis zum Corpus-Christi-Fest/ Fronleichnamsfest: Bitte, wer sich den Anliegen auf den Plakaten anschließen will, trete zum Kreis dazu – und wenn es nur für einen Augenblick ist“.

Schweigekreis

 

Unsere Plakate können sehr gerne für eigene Aktionen ausgeliehen werden! Bei PGR oder Dekanatskonferenzen, bei Dekanatsratstreffen oder einfach als eine Diskussionsveranstaltung in der Pfarrei können die Plakate verwendet werden. Bitte dazu einfach eine kurze Mail an:

info(ät)initiative-muenchner-kreis.de

 

Berichterstattung der SZ (im Teil: München / Stadtteil):

Wir bekamen übrigens auch Anerkennung durch die SZ, die am Freitag danach, dem 5.6., im Teil “München /Stadtteil“ auf S.11 unter einem großen Bild der Münchner Fronleichnamsprozession feststellte:

“Mehr als zehntausend Gläubige haben bei herrlichem Wetter mit ihrer Teilnahme an der traditionellen Fronleichnamsprozession ihre Zugehörigkeit zur katholischen Kirche demonstriert. Kardinal Reinhard Marx warnte beim Festgottesdienst, den G-7-Gipfel mit Erwartungen zu überfrachten. Nicht die Politik könne die Welt erlösen, gleichwohl sollten sich Christen auch politisch engagieren. Der Münchner Kreis und die Gemeindeinitiative taten es: mit kirchenkritischen Transparenten am Rande der Prozession“.

 

Gemeinsame Pressemitteilung der drei Reformgruppen

Gemeinsame Pressemitteilung der drei Reformgruppen Gemeindeinitiative.org, Münchner Kreis und Wir sind Kirche in der Erzdiözese München-Freising

Reformgruppen München: Überdenken der Pfarreireform dringend notwendig

Reformgruppen im Erzbistum München und Freising begrüßen, dass Kardinal Dr. Reinhard Marx und der Münchner Bischofsrat im August 2014 über die Situation und Zukunft der Pfarrverbände beraten und das Thema neu in den Blick nehmen wollen, wie Marx beim Jahresempfang des Erzbistums angekündigt hatte. Dies dürfe aber nicht hinter verschlossenen Türen geschehen. Die Münchner Reformgruppen erklären sich bereit, sich in den neuen Prozess „pastoral planen“ verantwortlich einzubringen.

Die bisherige Zusammenlegung zu XXL-Pfarreien und großen Pfarrverbänden habe zwar die Enge und Selbstbezogenheit mancher Gemeinden aufgebrochen, aber auch viele Gläubige von Kirche weiter entfernt und entfremdet, heißt es in einem Schreiben der drei Reformgruppen Gemeindeinitiative.org, Münchner Kreis (von Priestern und Diakonen) sowie KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche an den Bischofsrat.

Nach Meinung der Reformgruppen stehen der Kirche heutzutage professionell gebildete, ehrenamtliche wie hauptamtliche „Laien“ zur Verfügung, deren Kompetenzen und Charismen z.B. auch bei der Leitung von Gemeinden nicht ausgeschöpft werden. Auf der anderen Seite sind die immer weniger werdenden Priester in den großen Seelsorgeeinheiten mit Leitungs- und Managementaufgaben immer öfter überfordert.

Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) und die Würzburger Synode (1971-1975) haben sehr deutliche Vorgaben gemacht für die Stärkung synodaler Strukturen und die verantwortungsvolle Einbindung der sog. „Laien“ – auch in der Gemeindeleitung. Im Erzbistum München und Freising hat das von Kardinal Marx einberufene Zukunftsforum „Dem Glauben Zukunft geben!“ (2008-2010,   www.dem-glauben-Zukunft-geben.de) mit hohem Engagement 61 detaillierte pastorale Empfehlungen abgegeben, an die jetzt anzuknüpfen ist.

Prozess der Entheimatung muss gestoppt werden:

Die kürzlich veröffentlichte bundesweite Kirchenstatistik 2013 hat wieder dramatische Kirchenaustrittszahlen (verstärkt durch den Tebartz-von Elst-Effekt; www.wir-sind-kirche.de/?id=128&id_entry=5418) und einen weiter sinkenden Gottesdienst“besuch“ gezeigt. 

In der gegenwärtigen schwierigen Lage unserer Kirche kann ein neues, zukunftsträchtiges und nachhaltiges Glaubens- und Gemeindeleben nur durch eine offene Diskussion über die Erneuerung kirchlicher Strukturen erreicht werden. Dazu ist eine verantwortliche Beteiligung aller, auch der sog. „Laien“, am Prozess einer „ecclesia semper reformanda“ („ständig zu erneuernde Kirche“) erforderlich. Dies gilt in besonderer Weise auch für den Zuschnitt und die Leitung von Pfarreien.

Das achtsame Umgehen mit den Traditionen der Ortsgemeinden ist eine konkrete Form dessen, was Papst Franziskus in seinem Schreiben „Evangelii gaudium“ unter dem Grundsatz „gratia supponit culturam“ („die Gnade setzt Kultur voraus“, ebd. Nr. 115, 116-121) anmahnte. Als Vorsitzender der Freisinger und der Deutschen Bischofskonferenz sollte Kardinal Marx auch andere Bistümer bestärken, die schon jetzt neue Wege erproben wie die Bistümer Hildesheim, Trier und Würzburg.

P r e s s e k o n t a k t e :

Gemeindeinitiative.org (www.gemeindeinitiative.org):

Paul-G. Ulbrich

Willi Genal

Münchner Kreis (Priester und Diakone,  http://initiative-muenchner-kreis.de)

Pfarrer i.R. Dr. Hans-Jörg Steichele

Wir sind Kirche im Erzbistum München und Freising (www.wir-sind-kirche.de/index.php?id=507):

Dr. Edgar Büttner

Franziska Müller-Härlin

 

Reform auf dem Prüfstand

München

Reform auf dem Prüfstand

Die innerkirchlichen Reformer wollen sich nun auch der umstrittenen Organisationsreform des Erzbistums annehmen. Es sei gut, dass die Bistumsleitung diese überprüfen und womöglich revidieren wolle; dies dürfe aber nicht „hinter verschlossenen Türen“ geschehen, heißt es in einer Mitteilung der Gruppen Gemeindeinitiative, Münchner Kreis und Wir sind Kirche, in denen sich Priester und Laien zusammengeschlossen haben, die in der katholischen Kirche Reformen durchsetzen wollen. Man sei bereit, sich verantwortlich einzubringen. Wichtigste Forderung: Auch Laien müssten Gemeinden leiten dürfen. Die von Kardinal Reinhard Marx initiierte Strukturreform steht vor allem deshalb in der Kritik, da vielerorts große Verbände aus mehreren Pfarreien gebildet werden. Sie zu leiten, überfordere viele der immer weniger werdenden Priester. kast

Verlag Süddeutsche Zeitung
Datum Montag, den 04. August 2014
Seite 5

Quelle: © Süddeutsche Zeitung GmbH, München. Mit freundlicher Genehmigung von http://www.sz-content.de (Süddeutsche Zeitung Content).