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Gründungstext “Erklärung”, Oktober 2012

Gründungs-Erklärung Münchner Kreis, Oktober 2012 (zum 50. Jahrestag der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils)

Als Kreis von Priestern und Diakonen in der Erzdiözese München und Freising machen wir uns Sorgen um die Situation in unserer Kirche, insbesondere auch in der Erzdiözese. Wir haben uns zusammengefunden, um auf biblischer Grundlage und angeregt durch viele Aussagen des 2. Vatikanischen Konzils einen Beitrag zur Verbesserung der kirchlichen Verhältnisse in unserem Bistum zu leisten.

Zum 50. Jahrestag der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils wollen wir einen Anstoß zu einem fortwährenden dialogischen Prozess in unserer Kirche geben.

Wir begrüßen sehr die Arbeit der 126 Delegierten beim Zukunftsforum “Dem Glauben Zukunft geben”. Die 61 pastoralen Empfehlungen sind es nach unserer Auffassung wert, daran weiter zu arbeiten. Wir sind allerdings der Meinung, dass viele dieser Empfehlungen nicht nur durch die Antwort des Herrn Kardinal Bedeutung bekommen sollen, sondern dass sie von vielen Menschen in einem fortlaufenden dialogischen Prozess ausgebaut, intensiviert und für die Praxis aufbereitet werden müssten.

Gerade die neue Sicht von Kirche als “Volk Gottes gemeinsam unterwegs”, die durch das Konzil vor allem in Lumen gentium, aber auch in anderen Dokumenten formuliert wurde, lässt es geboten erscheinen, dass sich viele Kräfte in der Kirche um eine künftige pastorale Praxis Gedanken machen. Angesichts eines nicht zu übersehenden wachsenden Klerikalismus und dem gleichzeitigen Auszug vieler Menschen aus unserer Kirche halten wir es für dringend “not-wendend”, dass gerade das “Volk Gottes” weiterhin in die Überlegungen um eine geisterfüllte und menschennahe seelsorgerliche Praxis einbezogen wird.

 

Mit dieser Erklärung unseres Selbstverständnisses wollen wir:

–          weitere Priester und Diakone zum Mitwirken im „Münchner Kreis“ einladen, um unsere berufsspezifische Situation und Verantwortung zu reflektieren;

–          mit verschiedenen Gruppen und Institutionen in unserer Diözese ins Gespräch kommen, wie sie mit den Ergebnissen des Diözesanforums umzugehen gedenken und welche Möglichkeiten sie in ihrem jeweiligen Bereich sehen, an der Vertiefung und vor allem der Umsetzung der Empfehlungen zu arbeiten.

 

Wir freuen uns über weitere Mitunterzeichner, Rückmeldungen und auf längere Sicht auch über gemeinsame Anstrengungen in dieser Richtung.

PS: es sind auch Solidaritätsunterzeichnungen von anderen kirchlichen Berufsgruppen sowie allgemein von Katholiken/innen der Erzdiözese möglich.