Archive for Oktober, 2012

K.-E. Apfelbacher als Referent zu „2.Vat.Konzil“

an verschiedenen Orten – z.T. Beantwortung von Fragen zum „Münchner Kreis“

 

Formelle Anfragen des Münchner Kreises

an die Sprecherkreise der Ständigen Diakone, der Pastoralreferenten/-assistenten, der Gemeindereferenten/-assistenten, Religionsleher/innen i.kirchl.Dienst, Pfarrsekretäre/innen, Diözesanrat und Katholikenrat mit der Bitte um formelle Stellungnahmen.

 

Formeller Brief des „Münchner Kreises“

An die Berufsgruppe der….

An das Gremium ……

im Erzbistum von München und Freising.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

als „Münchner Kreis“, einer Gruppe von mittlerweile 36 Priestern und Diakonen, wenden wir uns mit diesem Schreiben direkt und formell an Sie …. .

Wir möchten uns zunächst vorstellen und auf unsere Erklärung aufmerksam machen (1).

Desweiteren möchten wir – da bereits solche vorliegen – auf die Frage nach der Möglichkeit von „Solidaritätsbekundungen“ eingehen (2).

Schließlich möchten wir an Ihre Berufsgruppe eine formelle Anfrage richten und um Beantwortung dieser bitten (3).

1. Kurze Vorstellung.

Der „Münchner Kreis“ ist eine Gruppe von Priestern und Diakonen, die sich „Sorge um unsere Kirche“ machen, insbesondere in unserem Erzbistum. Außerdem geht es uns um die „Selbstsorge“, d.h. um einen Austausch, wie es uns derzeit persönlich geht, welche „Strategien“ ein jeder hat und wie wir unsere spezifische Situation als Priester und Diakone ins Wort und ins Spiel bringen können.

Unser Anliegen ist nicht ein klerikales, sondern ein allgemein „katholisches“. Wir sind uns jedoch unserer berufsspezifischen Eigenheit bewußt und möchten deshalb die „katholischen“ Anliegen berufsspezifisch reflektieren und artikulieren, indem wir uns z.B. fragen, welche „Rolle“ wir in der derzeitigen Kirche spielen, inwieweit wir uns mit dieser Rolle (noch) identifizieren und wie wir uns künftig verhalten wollen, wohlwissend, dass v.a. auch wir es sind, die den derzeitigen „Kirchenbetrieb“ als „niederer Klerus vor Ort“ wesentlich mit am Laufen halten – so oder so.

Solange wir „brav“ mitspielen, werden sich unsere „höheren Kirchenleitungen“ kaum der Mühe unterziehen, sich ernsthaft und auf Augenhöhe mit den Anliegen des einfachen Kirchenvolkes, mit denen wir es tagtäglich zu tun haben, in einen WIRKLICHEN Dialog zu begeben, der dann auch verbindliche Konsequenzen haben müsste für beide Dialogpartner. Uns irritiert z.B., wie mit den Ergebnissen des diözesanen Zukunftsforums „Dem Glauben Zukunft geben“, d.h. den 61 pastorale Empfehlungen, seitens unseres Kardinales umgegangen wurde und wird: er hat diese unverbindlich mitgenommen und lediglich deren Bearbeitung angekündigt; sporadisch äußert er sich dann hin und wieder zu diesem oder jenem Punkt. Irritierend ist zudem, dass die weitere „Bearbeitung“ dieser im Dialogprozess entstandenen 61 Empfehlungen, die so etwas wie eine Zusammenstellung der aktuellen Anliegen des katholischen Volkes Gottes im Erzbistum von München und Freising darstellen, methodisch gesehen nun exklusiv auf die „Chefetage“ umverlagert wurde – müsste nicht, so fragen wir, was gemeinsam im Dialog erarbeitet wurde, nun auch im Dialog bearbeitet werden? Ist das Volk Gottes nur ein Bittsteller bei seinem Bischof? Was haben wir noch mit zu reden, wenn es um Findungs- und Entscheidungsprozesse geht?

Unser Kardinal ist von Haus aus Sozialethiker und bereist die ganze katholische Weltkirche um die Anwendung der drei Grundprinzipien der katholischen Soziallehre zu verkünden: Personalität – Subsidiarität – Solidarität. Dies genau möchten wir auch methodisch „im eigenen Hause“ praktizieren, d.h. die Anwendung dieser drei Grundprinzipien für unser Bistum erbitten wir nicht, sondern wir fordern sie ein – denn sonst würde sich die Kirchenleitung selber desavoieren, indem sie selber das nicht täte, was sie für alle Welt als verpflichtend und heilsam lehrt.

2. Solidaritätsbekundungen

Unsere eigentliche Unterzeichnerliste ist Priestern und Diakonen vorbehalten. Die Gründe wurden oben bereits benannt: wir reflektieren und agieren berufsgruppenspezifisch. Für Menschen, die uns ihre Solidarität bekunden wollen, haben wir eine so gekennzeichtnete Liste eingerichtet. Derzeit (Stand 19.10.2012) haben bereits 2 Gemeindereferentinnen, 5 Pastoralreferenten/innen, 1 Dozent, 12 Religionslehrer/innen und Erwachsenenbilder/innen sowie 75 „Ehrenamtliche“ und „normale“ Katholiken/innen namentlich ihre Solidarität bekundet. Diese Solidaritätsliste wächst täglich und wir danken dafür.

Unser Hauptanliegen ist jedoch nicht, uns zum „Sprecher“ all dieser zu machen. Wir sind und bleiben ein berufsgruppenspezifischer Kreis von Priestern und Diakonen. Wir werden uns mit uns berufsgruppenspezifisch an unseren Priesterrat und die Dekanekonferenz wenden. Mit unserer Erklärung möchten wir jedoch auch einen Impuls an andere seelsorgerliche oder pädagogische kirchliche Berufsgruppen geben, etwas ähnliches zu starten oder weiterzuführen; auch an die katholischen Laienvertretungsgremien treten wir in diesem Sinne heran. Wenn all diese Gruppierungen einen internen Reflexions- und Kommunikationsprozess initiieren und kommunizieren, kann in einem zweiten Schritt eine Vernetzung und ein „diözesaner Kommunikationsprozess“ gepflegt werden – so könnten wir uns eine Form der Fortsetzung des mit dem Zukunftsforum begonnen Reflektions- und Kommunikationsgeschehens vorstellen für unser Erzbistum vorstellen. Was sich aus einem solchen Prozess dann entwickelt, ist jetzt noch nicht abzusehen. Wir dürfen uns auf Überraschungen des Heiligen Geistes gefasst machen, der weht und wirkt, wo und wie ER will…

3. Formelle Anfrage an Ihre Berufsgruppe / Gremium

Die unter (1) und (2) gemachten Ausführungen vorausgesetzt, wenden wir uns nun direkt mit einer Anfrage an Ihre Berufsgruppe und bitten um eine formelle Beantwortung:

Wie gedenkt die Berufsgruppe / Gremium … , selber mit den 61 pastoralen Empfehlungen des diözesanen Zukunftsforums umzugehen?

Sehen Sie mit der Übergabe der 61 pastoralen Empfehlungen an unseren Erzbischof die Sache als für SIE (als Berufsgruppe) erledigt an?

Welche Erwartungen oder gar Forderungen haben Sie an unseren Erzbischof, wie mit den 61 pastoralen Empfehlungen methodisch und inhaltlich umgegangen werden soll?

Welche Erwartungen haben Sie hinsichtlich Transparenz, Verbindlichkeit und Partizipation?

Wie stellen Sie sich vor, dass die 3 Grundprinzipien der katholischen Soziallehre „Personalität – Subsidiarität – Solidarität“ in dieser Angelegenheit eine ausreichende bis optimale Anwendung finden könnten?

 

Sehr geehrte Berufsgruppe / Gremium,

mit dieser auch formellen Anfrage an Sie möchten wir uns für heute bei Ihnen empfehlen und erwarten mit hohem Interesse Ihre Stellungnahme.

Zur Information fügen wir Ihnen ein paar Anlagen bei (Erklärung, Hintergrund, Kurzchronik, Unterschriftenformular) und verweisen Sie auch auf unsere online geschaltete Homepage <www.initiative-muenchner-kreis.de>.

Kirchweihsonntag, 21.10.2012

Münchner Kreis

i.A. Christoph Nobs, Pfr.adm.