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Presse heute: “Münchner Kreis: Kritische Pfarrer geben nicht auf”

Nicht locker lassen will der Münchner Kreis, ein Zusammenschluss von Priestern und Diakonen in der Erzdiözese München und Freising, in ihrem Engagement für Reformen in der Kirche. Wie Christoph Nobs, Leiter des Pfarrverbands Vier Brunnen in Ottobrunn (Kreis München), berichtet, nehmen die 61 kritischen Pfarrer und Diakone vor allem die Rolle der Pfarrer vor Ort ins Visier. Gerade die Situation von Pfarrverbandsleitern, die sich um mehrere Gemeinden gleichzeitig kümmern müssten, sei schwierig.

“Es geht darum, dass man nur in überschaubaren Seelsorgeräumen auch personale Gemeinschaft pflegen kann”, sagte Nobs unserer Zeitung. Man dürfe Seelsorge nicht geschäftsmäßig betreiben. Die Geistlichen wollen nicht länger schweigen und “nur demütig Anordnungen von oben hinnehmen”. In den durch die Strukturreform gebildeten “Großeinheiten” könne man kaum persönlichen Kontakt zu den Gläubigen halten. “Es kommt zu einer Episkopalisierung des Pfarramtes – wir sind nicht mehr Seelsorger, sondern kleine Bischöfe, die überall ein bisschen sind, aber nirgends richtig”, klagte Christoph Nobs. Viele Pfarrer befänden sich in einer schwierigen Situation: Sie müssten den Konflikt in den Gemeinden ausbaden, in den sie von den Bischöfen gebracht worden seien.

Der Pfarrer-Initiative geht es darum, sich noch stärker mit den Laien zu vernetzen. Gemeinsam müsse man überlegen, was man selbst vor Ort in die Hand nehmen könne. Die Gemeinde-Initiative, “ein Treffpunkt für mündige und kritische Christen”, kommt am heutigen Samstag in München Schwabing (Pfarrsaal von St. Ursula) zusammen um sich über Sorgen und Nöte im Gemeindeleben auszutauschen.

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